Das Projekt kunst+care befasst sich mit der Vereinbarkeit von Sorgearbeit und Kunstproduktion. Ziel ist eine Verbesserung von Förderstrukturen auf Landes- und Bundesebene und die uneingeschränkte Teilhabe am Kunstbetrieb.
Das fair share! Projekt kunst+care startete eine Umfrage, um Stipendienbewerber*innen und geförderte Stipendiat*innen mit Care-Verpflichtungen zu erfassen. Ziel ist es, spezifische Hürden für Künstlerinnen mit Sorgeverpflichtungen aufzudecken. Die erhobenen Daten dienen als Grundlage, um gezielte Fördermaßnahmen einzufordern, wie z.B. Wiedereinstiegsstipendien, Kinderbetreuungszuschüsse, Atelierstipendien oder familienfreundliche Residenzen. Mit dieser Initiative sollen strukturelle Hindernisse identifiziert und die Chancengleichheit für Künstlerinnen mit Care-Verpflichtungen nachhaltig verbessert werden.
Unter dem Motto Yes, we care! hat am 27. September 2024 die Projektgruppe kunst+care des Aktionsbündnisses fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen e.V. zu einem Parlamentarischen Frühstück im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart eingeladen.
Politiker*innen von Bund und Land sowie Kulturakteur*innen hatten die Möglichkeit, mit Care-Expertinnen* aus der Freien Szene der Bildenden Künste ins Gespräch zu kommen. Ihr Ziel ist die uneingeschränkte, vorurteilsfreie Teilhabe von Künstlerinnen* mit Care-Verantwortung am Kunstbetrieb sowie die Anpassung der Förderstrukturen auf Landes- und Bundesebene.
Yes, we care! Künstlerinnen*
zwischen Sorgearbeit und Kunstschaffen
Ein Podcast von fair share! 2024
Autorin: Tina Hammesfahr
Produktion: stegermeister
Zum weiteren Nachlesen und Nachhören:
Frauen leisten in der Gesellschaft den überwiegenden Teil der Fürsorgearbeit (44% mehr als ihre männlichen Partner). Unbezahlte und nicht abgesicherte Reproduktionsarbeit wirkt sich auch erschwerend auf den Verlauf der Karrieren von Künstlerinnen* aus.
Ziel des fair share! Projektes kunst+care ist die uneingeschränkte, vorurteilsfreie Teilhabe von Künstlerinnen* mit care-Verantwortung am Kunstbetrieb sowie die Anpassung der Förderstrukturen auf
Landes- und Bundesebene u.a. gemäß den Empfehlungen des Deutschen Kulturrates (von 2016, 2020 und 2023).
Im Austausch mit Akteurinnen* der Netzwerke Mehr Mütter für die Kunst, Bündnis Kunst & Kind München, kunst+kind berlin, art + care (Schweiz), intakt (Österreich), Other writers need to concentrate, Caring Culture Lab, Bühnenmütter sowie dem bbk berlin und BBK werden Forderungen erstellt und
Lösungvorschläge erarbeitet.
Diese wurden u.a. vor dem Kulturausschuss des Bundestages durch die fair share! Aktivistinnen* Teresa Monfared (März 2023) und Ines Doleschal (März 2024) zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Kultur- und Kreativbereich“ vorgetragen.
Als Grundlage eines würdevollen Arbeitens und (Über-) Lebens in der Kulturbranche und als notwendige Maßnahme zur Vermeidung von Abhängigkeit und (Alters-) Armut fordert kunst + care außerdem:
Kontakt: care@fairshareforwomenartists.de
Fotos: Petra Weller, Sascia Bailer, Ellen L. Weise, Anna Schölss / Fact sheet Grafik: Patricia Lincke, 2024